Neue Clara-Funktionen für Ihre Therapiedokumentation
Neue Clara-Funktionen: automatisierte Profilvorschläge, KI-Berichte mit Quellenprüfung, Chat mit Sitzungsnotizen und lokaler verschlüsselter Kontext.

Clara entwickelt sich von einer reinen Dokumentationshilfe zu einem zusammenhängenden Arbeitsbereich für psychotherapeutische Behandlungsverläufe. Die neuen Funktionen sind deshalb nicht als einzelne Abkürzungen gedacht, sondern als ein ruhiger Ablauf: Inhalte erfassen, strukturieren, prüfen, weiterverwenden und vor dem nächsten Termin wieder verfügbar machen.
Das ist wichtig, weil Dokumentation in der Praxis selten nur aus einer Sitzungsnotiz besteht. Aus Präsenzterminen, Videosprechstunden, Gedächtnisprotokollen, Diktaten, vorhandenen Unterlagen und Berichtsentwürfen entsteht schrittweise ein fachlicher Verlauf. Wenn diese Teile getrennt bleiben, entsteht Mehrarbeit. Wenn sie nachvollziehbar zusammengeführt werden, wird Dokumentation weniger zu einer nachgelagerten Schreiblast und stärker zu einem Werkzeug für Kontinuität.
Von der einzelnen Sitzung zum Behandlungsverlauf
Der wichtigste Wechsel liegt im Blickwinkel. Clara soll nicht nur einen Text nach einer Sitzung erzeugen, sondern den therapeutischen Zusammenhang über mehrere Termine hinweg nutzbar machen. Eine einzelne Notiz kann hilfreich sein. Wertvoller wird sie, wenn sie später bei Vorbereitung, Bericht, Antrag und fachlicher Reflexion wieder auffindbar ist.
Dafür bündelt Clara mehrere Arbeitsweisen: Sie können eine Sitzung mit Clara live aufnehmen, eine eigene Aufnahme hochladen, nachträglich ein Gedächtnisprotokoll einsprechen oder gezielt diktieren. Aus diesen Eingaben entstehen strukturierte Entwürfe, die Sie prüfen, ergänzen und freigeben. Die klinische Verantwortung bleibt bei Ihnen.
Erfassen: mehr als klassische Transkription
Viele Praxen denken bei KI-Dokumentation zuerst an Transkription. Das ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der ganze Alltag. Nicht jede relevante Information entsteht in einer live aufgezeichneten Sitzung. Manchmal sprechen Sie nach dem Termin ein Gedächtnisprotokoll ein. Manchmal liegt eine Aufnahme aus einem anderen zulässigen Kontext vor. Manchmal möchten Sie nur einen fachlichen Abschnitt diktieren, ohne daraus eine vollständige Sitzungsanalyse zu machen.
Die neuen Clara-Funktionen tragen dieser Realität Rechnung. Die Erfassung wird breiter: Liveaufnahme, Upload, Diktat und nachträgliches Protokoll sind unterschiedliche Wege in denselben Dokumentationsraum. So muss die Praxis nicht ihren gesamten Ablauf an eine einzige Funktion anpassen.
Ordnen: strukturierte Entwürfe statt Rohtext
Rohtext allein löst das Dokumentationsproblem selten. Er muss gelesen, sortiert, gekürzt, ergänzt und in die passende Form gebracht werden. Studien zum elektronischen Dokumentationsaufwand zeigen, dass digitale Systeme Arbeitszeit nicht automatisch entlasten, wenn sie nur mehr Eingabeflächen schaffen (Overhage & McCallie, 2020; Shanafelt et al., 2016).
Clara setzt deshalb auf strukturierte Entwürfe. Aus Sprache und Unterlagen entstehen Sitzungsnotizen, Berichtsentwürfe oder Abschnitte, die zu therapeutischen Arbeitsformen passen. Wichtig ist: Clara formuliert einen Vorschlag. Der fertige Eintrag entsteht erst durch Ihre Prüfung.
Berichte und Anträge beginnen nicht mehr mit einem leeren Blatt
Berichte entstehen in vielen Praxen unter Zeitdruck. Clara nutzt dokumentierte Sitzungen, Patientenprofil, eigene Notizen, PDFs, Word-Dokumente und Fotos handschriftlicher Notizen als Ausgangsmaterial für prüfbare Berichtsentwürfe. Dadurch verschiebt sich der Aufwand: Aus stundenlangem Zusammensuchen, Strukturieren und Formulieren wird ein Entwurf in Minuten, den Sie fachlich prüfen, ergänzen und freigeben.
Die Berichterstellung ist dabei nicht auf einen Standardfall beschränkt. Clara unterstützt unterschiedliche Berichtsarten und Antragskontexte: Erstanträge, Umwandlungs- und Verlängerungsanträge, Fortführungen, Verlaufsberichte oder fachliche Zusammenfassungen. Je nach Fachrichtung, Verfahren und Falllogik wird die Struktur an den konkreten Bericht angepasst.
Vor dem Versand hilft Clara mit Quellenverweisen und Compliance-Check. Sie sehen, aus welcher Sitzung, Notiz oder welchem Dokument eine Information stammt; offene Punkte, fehlende Pflichtangaben und fachlich prüfbedürftige Stellen werden sichtbar. Das ersetzt nicht Ihre Prüfung, gibt aber wertvolles Feedback, bevor der Bericht die Praxis verlässt.
Patientenprofil: Kontext wird automatisch vorgeschlagen und erweitert
Eine der wichtigsten neuen Perspektiven ist das Patientenprofil. Clara extrahiert aus Sitzungsnotizen, Gedächtnisprotokollen und bereitgestellten Unterlagen automatisch Vorschläge für relevante Profilinformationen: biografische Ereignisse, Anamnese, Medikation, zentrale Themen, offene Punkte, Verlaufslinien, Ressourcen oder Aufgaben. Bestehende Patientenprofile werden dadurch nicht statisch abgelegt, sondern können mit jeder bestätigten Information automatisch erweitert, zusammengeführt und aktuell gehalten werden.
Gerade weil diese Arbeit automatisiert vorbereitet wird, ist das Review-Modell entscheidend. Clara trägt Vorschläge zusammen und zeigt, wo sie aus der Dokumentation stammen; sie schreibt aber nicht unbemerkt Fakten in die Patientenakte. Sie prüfen, ergänzen, bestätigen oder verwerfen. So entsteht ein Verlauf, der nützlich bleibt, ohne die fachliche Verantwortung zu verschieben.
Chatten mit Sitzungsnotizen: schneller vorbereiten und nachbereiten
Neu hinzu kommt der Chat mit Ihren Sitzungsnotizen. Sie können gezielt Fragen an den dokumentierten Verlauf stellen: Was war zuletzt offen? Welche Themen sollten vor dem nächsten Termin berücksichtigt werden? Welche Aussagen oder Vereinbarungen sind für die Nachbereitung wichtig? Der Chat dient nicht dazu, klinische Entscheidungen zu ersetzen, sondern vorhandene Notizen schneller nutzbar zu machen.
Gerade zwischen zwei Terminen wird das praktisch: Vor der Sitzung finden Sie schneller den Anschluss an den bisherigen Verlauf; nach der Sitzung können Sie prüfen, welche Punkte dokumentiert, ins Profil übernommen oder für den nächsten Termin vorgemerkt werden sollten. Die Antwort bleibt an den vorhandenen Notizen und Unterlagen orientiert und muss fachlich geprüft werden.
Warum Clara anders ist: Kontext aufbauen, ohne Cloud-Akte
Clara arbeitet eigenständig neben Ihrem PVS. Inhalte übernehmen Sie anschließend in bestehende Arbeitsabläufe, etwa per Copy & Paste, Word-Dokument oder PDF. Der entscheidende Unterschied liegt im Kontextmodell: Die dauerhaft gespeicherten Informationen bleiben lokal und verschlüsselt auf Ihrem Gerät. Dadurch kann Clara über Sitzungen hinweg einen Fallkontext aufbauen, ohne ihn dauerhaft in einer Cloud-Akte abzulegen oder Patientendaten für KI-Training zur Verfügung zu stellen.
Für Funktionen wie Transkription oder KI-Erstellung kann eine temporäre, zweckgebundene Verarbeitung auf dafür vorgesehenen Infrastrukturen erforderlich sein. Wichtig ist die Trennung: Dauerhaft gespeichert bleibt Ihre lokale Dokumentation; temporär verarbeitete Daten dienen der angeforderten Funktion und werden nicht zum Training mit Patientendaten genutzt. Genau diese Architektur macht den kontinuierlichen Kontext möglich, ohne die Kontrolle über die Patientenakte aus der Praxis zu verlagern.
Fazit: weniger Einzelwerkzeuge, mehr klinischer Zusammenhang
Die neuen Clara-Funktionen sind am stärksten, wenn man sie zusammen denkt. Aufnahme, Diktat, automatisierte Profilvorschläge, Chat mit Sitzungsnotizen, Berichtsentwurf, Quellenverweise und Compliance-Check bilden keinen Automatismus, sondern einen prüfbaren Dokumentationsablauf. Clara bereitet vor und führt zusammen. Sie entscheiden. Genau darin liegt der praktische Nutzen: weniger Suchen, weniger leere Blätter, mehr Kontinuität im Behandlungsverlauf.
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Quellen
- 1.Overhage, J. M., & McCallie, D. (2020). Physician Time Spent Using the Electronic Health Record During Outpatient Encounters: A Descriptive Study. Annals of Internal Medicine. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31931523/
- 2.Shanafelt, T. D., et al. (2016). Relationship Between Clerical Burden and Characteristics of the Electronic Environment With Physician Burnout and Professional Satisfaction. Mayo Clinic Proceedings. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27313121/
- 3.Gesner, E., Gazarian, P., & Dykes, P. (2019). The Burden and Burnout in Documenting Patient Care: An Integrative Literature Review. Studies in Health Technology and Informatics. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31438114/
- 4.Bürgerliches Gesetzbuch, § 630f Dokumentation der Behandlung. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630f.html
- 5.Europäische Union. Verordnung (EU) 2016/679 Datenschutz-Grundverordnung. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2016/679/oj
Haftungsausschluss: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine medizinische, therapeutische oder rechtliche Beratung dar. Clara Health übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Fachperson.
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